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Interview mit 1001er Frage und vielen Antworten rund um das Thema Orientalischer Tanz.

Aliya Ilayda wurde von hobbymap.de interviewed und hat auf diverse Fragen rund um das Thema Bauchtanz sehr ausführliche und gut durchdachte Antworten gegeben. Hier finden sich sicher auch viele Antworten für interessierte Leser dieser Webseite.

Erzählen Sie uns ein wenig über den Bauchtanz, worum geht es dabei, was macht für Sie die Faszination und den Reiz dieses Tanzes aus?

Raks Sharki - Bauchtanz oder Orientalischer Tanz? Viele Tänzer verwehren sich gegen die Bezeichnung Bauchtanz. Das liegt wohl darin begründet, dass dieser Begriff es eigentlich nicht ganz trifft.
Die gebräuchlichere Bezeichnung "Bauchtanz" leitet fehl in der Annahme, nur der Bauch würde sich bewegen. Vielmehr ist der ganze - gezielt isolierte -Körpereinsatz gefragt. Schultern, Hüften, Po, Kopf, Arme, Hände, Brustkorb usw. Aber eigentlich kann man schon beide Begriffe synonym verwenden.
"Bauchtanz" kommt von dem französischen "Danse du ventre" und wurde dann mit "Bellydance" ins Englische und Amerikanische übertragen.
Der arabische Name des Bauchtanzes, "Raks sharki", bedeutet "Orientalischer Tanz" oder "Tanz des Ostens", wobei das aus dem Assyrischen stammende Wort "Rakadu" (feiern) soviel heißt wie "sich freuen" oder "feiern". Die Musik spielt hierbei eine große Rolle. Sie ist sehr abwechslungsreich und bietet viele Interpretations- und Umsetzungsmöglichkeiten. So erfährt man das Gefühl mit der Musik im Einklang zu sein und sie mit dem Körper darzustellen.

Nun dazu, was für mich persönlich den Reiz dieses Tanzes ausmacht:

In meinem Leben habe ich schon immer sehr viel getanzt und fast alles ausprobiert. Meine größte Liebe entdeckte ich dann allerdings im Orientalischen Tanz (Raks Sharki). Dabei empfand ich ein Vielfaches meiner bisherigen Tanzbegeisterung. Intensiver hatte ich meinen Körper und mich selbst bislang noch nicht erfahren. Die Faszination im Orientalischen Tanz liegt für mich in der Kombination aus zwei Gegensätzen: Des Gefühles der isolierten Kontrolle über jeden einzelnen Abschnitt des Körpers und dagegen das totale Loslassen und sich Lösen...

Wie beginnt man als Anfänger am besten mit dem Bauchtanz, welche Übungen und Grundlagen sind da besonders wichtig? Und wie lange muss man ungefähr rechnen bis man es kann?

Diese Frage wird besonders gern gestellt und kaum einer erwartet dabei, dass es sich um eine der komplexesten und am schwersten zu beantwortenden Fragen handelt.
Man kann in Beiden Punkten nicht verallgemeinern. Schaut man sich die vielzähligen Angebote an, die es inzwischen in den unterschiedlichen Städten gibt und fragt jeden einzelnen Lehrer, so würde man auch genau so viele unterschiedliche Antworten erhalten.
Jeder Unterrichtende legt seine Schwerpunkte woanders. Und auch jeder Kursteilnehmer hat an anderen Dingen Freude.
Der Eine sagt, es kommt komplett darauf an Freude daran zu haben, wie es aus sieht ist egal, Hauptsache man kann sich selbst kreativ entfalten und sich selbst finden. Dort wird dann wohl hauptsächlich frei getanzt.
Der Nächste legt den Schwerpunkt auf festgelegte Choreographien, also vorgegebene Tänze und die Grundlagen werden nebenbei am Rande gelernt.
Wieder ein Anderer legt sehr viel Wert auf eine gute Ausführung der Technik, der einzelnen Bewegungen und vor allem auf eine gesunde Körperhaltung.
Zu letzteren zähle ich.
Meine Antwort ist dementsprechend. Der Unterricht ist langfristig gesehen am Erfolgreichsten, wenn man das Ergebnis betrachtet: wenn er sehr klar strukturiert ist, die Bewegungen sehr genau erklärt werden und geübt werden. Man sollte nicht denken, dass sofort herum gezappelt wird, wie in einem Shakira - Video.
Ich versuche meine Kurse genau so anspruchsvoll zu handhaben wie einen Ballett – Jazz – Streetdance – oder Modernen Tanz Kurs.
Wer solche Kurse schon besucht hat weiß, dass dies durchaus anstrengend und schweißtreibend ist und auch viel Disziplin erforderlich ist.
Oft wird der Orientalische Tanz dahingehend unterschätzt und die Leute springen schnell wieder ab, weil sie es sich leichter vor gestellt hatten.
Zur 2. Frage: Wie lange es dauert bis man es kann? Auch diese Antwort wird lang und kann nicht pauschal gegeben werden. Vorweg: Man lernt nie aus. Selbst ich entwickle mich nach über 10 Jahren immer noch weiter und freue mich über jeden Input.

Zu normalen Kursteilnehmern: Wie schnell man lernt hängt von vielen Faktoren ab.

1.)Das Alter: Man kann den Tanz natürlich in jedem Alter lernen, aber meiner Erfahrung nach schaltet man je älter man ist, wenn man beginnt umso mehr den Kopf ein und geht mitunter verkrampfter an die Sache heran.
Eine Person mit 60 lernt in der Regel sehr viel langsamer als eine Person mir 20. Ausnahmen gibt es natürlich immer. Entsprechend muss für jede Altersgruppe eigentlich der passende Unterricht gefunden werden.
2.)Die Vorkenntnisse: Hat jemand, der nun in den Bauchtanzkurs kommt bereits andere Tanzarten gelernt und ist sehr flexibel für unterschiedliche Stile und Bewegungsansätze, wird er vermutlich sehr schnell Erfolgserlebnisse haben.
3.)Das Talent. Sehr begabte Menschen lernen nun mal schneller und machen die vor gegebenen Bewegungen einfach nach.
Unbegabtere Menschen werden mit viel Biss und Ehrgeiz auch gute Ergebnisse erzielen, sie brauchen dafür aber vielleicht viele Jahre und es wird eventuell nie so gut aus sehen, wie bei einer Person mit besseren Voraussetzungen.
Dies muss der Freude am Tanzen natürlich keinen Abbruch tun, das Ziel ist ja nicht, dass man Profi-Tänzer wird.
4.)Der Lern-Typ: Jeder Mensch lernt auf unterschiedliche Weise. Es gibt die „Abgucker“, wie ich sie liebevoll nenne. Sie brauchen ein gutes Vorbild und lernen Visuell. Denen darf man das gar nicht erst zu theoretisch erklären, sonst sind sie ganz verwirrt und es klappt gar nichts mehr.
Dann gibt es die Theoretiker, sie hinterfragen alles, möchten alles bis ins kleinste Detail aufdröseln. Sie brauchen viele Vorübungen, erläuterte Lernschritte und viele Hintergrundinformationen : warum, wieso, weshalb und was nun genau. Dieser Lerntyp schaut selten genau hin und kann das gesehene nicht so genau analysieren, das es ihm als Information reicht.
Diese Lerntypen lernen auch unterschiedlich schnell.
Hierzu muss man sagen, dass nicht jeder Lehrer dahingehend ausgebildet ist, dass er alle Lerntypen in seinem Unterricht parallel fördern kann. Ist man also bei einem Lehrer völlig aufgeschmissen, sollte man dies nicht der Tanzart zu schreiben, sondern ruhig noch andere Lehrer aus probieren.
Nicht jeder Lehrer passt zu jedem Lerntyp. Man muss das passende für sich finden.
Fazit: Es gibt Leute, bei denen es schon nach 2 Jahren fast professionell aussieht und es gibt Leute, die auch nach über 10 Jahren noch so tanzen, dass sie von talentierten Anfängern an die Wand getanzt werden.
Aber selbst Überflieger werden sich auch noch nach Jahren weiter entwickeln können, denn selbst wenn man viele Bewegungen und Techniken beherrscht gibt es im Ausdruck und im Künstlerischen immer was zu lernen und zur reinen Technik kommen ja noch viele Accessoires und unterschiedliche Stile in der Interpretation verschiedener Musik hinzu. Das Hintergrundwissen ist genauso wichtig für eine gute Umsetzung, wie das Wissen der vielen Bewegungen.

Welche Rolle spielt das ganze „Drumherum“ beim Bauchtanz, in wie fern lebt man neben dem Tanz auch das orientalische Lebensgefühl und die Mode aus?

Das hängt davon ab, mit welchen Ambitionen man diesen Tanz lernt. Es gibt viele Menschen, die es einfach als Hobby oder Sportart für sich betreiben. Zum Spaß oder für die körperliche Fitness. Denen muss nur die Musik gefallen und die Art, wie ihr Lehrer es vermittelt.
Bei mir zum Beispiel wird im Unterricht ganz normale Trainingskleidung getragen, denn es ist Training und für mich ist das „Verkleiden“ im Unterricht so, als würde man im Armani-Kostüm ins Fitnessstudio gehen.
Möchte man das Gelernte dann vorführen spielt es schon eine Rolle mehr über das Drumherum zu wissen.
Auch im Tanz gibt es do´s and dont´s was die Kleidung an geht: Zum Einen im ästhetischen Sinne, zum Anderen Stilistisch. Es gibt unterschiedliche Musik und Tanzrichtungen im Orientalischen Tanz, in denen es auch bestimmte Kleidervorgaben gibt.
Und klar, wenn man bei dem Tanz mehr in die Tiefe geht spielt das orientalische Lebensgefühl eine ungeheure Rolle.
Z.B. gehen die Orientalen an Termine mit viel mehr Ruhe und Gelassenheit heran. Dies macht sich z.B. im Ägyptischen Stil sehr im Tanz bemerkbar.
Gehen wir an diesen Tanz mit unserer europäischen Hektik heran, sieht es sehr sportlich aus und man erkennt den Europäer sofort...
Auch nicht jede orientalische Musik ist unbedingt vertanzbar. Da kann man sich schon ein wenig ins Fettnäpfchen setzen, wenn man sich nicht mit den Hintergründen, oder z.B. den Texten beschäftigt.
Ein gutes Beispiel ist ein bekannter orientalischer Popsänger. Seine Lieder klingen schön und beschwingt, wie viele gängige Poplieder. Dummerweise sind die Texte zweideutig und stark politisch, was die Orientalen halt wissen, wir nicht- Orientalen aber nicht unbedingt.
Damit kann man sich mächtig blamieren.
Oft sieht man Bauchtanz auch in Kombination mit Schlangen, Fackeln oder Ähnlichem. Was gibt es denn eigentlich für besondere Formen des Bauchtanzes bzw. welche Accessoires und Utensilien werden beim Bauchtanz gern verwendet? Für mich persönlich sind Schlangen und Fackeln kein klassisch orientalisches Utensil, sondern viel mehr ein Jarmarkt-Trick, um nicht-Kenner zu begeistern.
Das ist reiner Fantasy-Tanz und hat für mich mit dem klassisch Orientalischen Tanz nichts zu tun.
Man muß sehr unterscheiden zwischen der Kunstform „Orientalischer Tanz“ und dem was wir als Touristen kennen lernen.
In Touristischen Gebieten wird das gezeigt, was sie glauben, was der Besucher gern sehen möchte. Nicht das was es wirklich ist.
Darum halten ja viele Bauchtanz für einen reinen Anmachtanz um Trinkgelder zu sammeln, welcher nicht schwer ist. Man zieht einen BH an und wackelt ein wenig lasziv...
Es passiert immer wieder, dass den Zuschauern die Münder offen stehen, wenn sie mal Tänzer oder Tänzerinnen sehen, die diese Kunst wirklich beherrschen und sie merken, dass es mit dem wackelnden Animationstanz, den sie kannten rein gar nichts zu tun hat.
Ein sehr typisches Accessoire sind wohl die Zimbeln, die Fingerschellen, mit denen die Tänzerin sich selbst begleiten kann. Sie kommen wenigstens auch wirklich aus dem Orient. Viele Andere Dinge wie Schleier, Isis-Wings, Fächer etc. sind erst später hinzu gekommen und nicht unbedingt im Orient entstanden.
Nichts desto trotz werden sie zur Abwechslung gern verwendet.
Es gibt auch Tänze mit Kerzenleuchter oder Kerzentablett auf dem Kopf. Der Shamadan (Leuchter) ist auf ägyptischen Hochzeiten sehr beliebt.
Man muss aber stark unterscheiden zwischen türkischem und ägyptischen Stil. Viele Dinge, wie Schleier Leuchter und Stocktanz (ägyptische Folklore) kennen die Türken gar nicht. Würde man auf einer Türkischen Hochzeit damit tanzen, würden sie sagen: Das ist ja gar kein Bauchtanz….

Was unterscheidet einen „normalen“ Bauchtanz von einem erstklassigen Bauchtanz, was macht da den Unterschied, welche Nuancen gibt es da die für den Laien vielleicht gar nicht sofort ersichtlich sind?

Auch hier scheiden sich die Geister. Jeder legt auf andere Dinge im Tanz wert. Die Einen sagen, eine Tänzerin soll was auf den Rippen haben (was ein Klischee ist).
Die Anderen wollen vor Allem eine schöne, schlanke Frau mit Kurven, großen Augen und langer Mähne.
Wieder Anderen ist nur die Ausstrahlung und der Ausdruck im Tanz wichtig und dafür die Ausführung und Technik egal.
Ich persönlich finde, dass es schon auch ein Show-Tanz ist und wie überall in der Show-Branche muss das Gesamtpaket einfach stimmen.
  • Können, Musikalität und Technik
  • Gute Ausstrahlung und Ausdruck
  • Professionelles Styling: schönes Kostüm (es gibt riesige Unterschiede vom 50 Euro Touristenshop Zweiteiler bis hin zum 1000 Euro Designer - Prachtstück)
  • gutes Make Up und gemachte Haare (für mich fehlt etwas an Pracht und Glanz, wenn Otto-Normalverbraucher sich ein schönes Kostüm an zieht, aber der Rest nicht stimmt. Dann sieht es aus wie eine verkleidete Hausfrau. Ich will niemandem zu Nahe treten, aber jeder möchte doch diese traumhafte Illusion in einer Vorführung sehen. Alles Andere wäre gelogen)
  • Abwechslungsreiches, vielfältiges Programm
Wenn ich so an Zuschauerreaktionen denke fällt mir immer wieder der Unterschied der Reaktionen ein.
Man hört zwar oft: Naja, die kennen das ja nicht und können nicht einschätzen ob es gut oder schlecht war.
Aber doch man merkt ob im Publikum die Reaktionen eher so sind: „Och ja, das war ja ganz nett. Die kann das ganz gut, ne?“ Oder ob sie so sind: „ Wooooooooooooooooooow!!! Ich wusste gar nicht, dass so was möglich ist. Wie hat sie denn DAS hin bekommen….kann man den Körper so bewegen?“ Oder: „War das schön! Wie sie gestrahlt hat. Das hat mich im Herzen berührt...“
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